Die Welt erneuert sich mindestens täglich, könnte man meinen. Doch was macht der Konzeptraster in der Kommunikation? Bleibt immer gleich… Ein ziemlich beständiges, verlässliches Werkzeug, das man so schnell auch gar nicht mehr hergeben möchte, wenn man es erst einmal in den Griff bekommen hat. Gleichwohl lohnt sich die Frage, welchen Einfluss die Gangart der Welt auf die Art des Konzeptens hat.
Zum einen geht es um inhaltliche Aspekte, die sich laufend verändern. Wer zum Beispiel auf den Schnellzug der Social Media aufspringen will, wird dies nicht erst im Massnahmenkatalog tun können, sondern eine Positionierung, Botschaften und eine Kommunikationsstrategie entwickeln müssen, die Social-Media-Aktivitäten überhaupt zulassen. Was fundamentaler Natur ist, denn Zuhören, den Dialog pflegen, sich beeinflussen lassen, Transparenz herstellen in der Unternehmenskommunikation – das kann nur funktionieren, wenn es eingebettet ist in eine ebensolche Unternehmenskultur mit einem dazu passenden Führungsstil. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, müssten die Social-Media-Pläne eigentlich schon in der Analysephase eines Kommunikationskonzepts enden.
Neben den inhaltlichen gehen aber auch die formalen Aspekte mit der Zeit, das heisst den jeweiligen Seh- und Lesegewohnheiten. Kürze und Prägnanz sind gefragt, allenfalls auch visuelle Elemente, die rasche Orientierung erlauben. Dies ist für den Prozess der Konzeption kaum anders. Je schneller das Rad dreht, je enger die zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen in der Konzeptarbeit sind, desto pragmatischer ist zwangsläufig die Vorgehensweise. Solange sich alle Beteiligten der Konsequenzen bewusst sind, darf auch „Mut zur Lücke“ bzw. das Pareto-Prinzip (80:20-Regel) Einzug in die Konzeptarbeit halten. Sinnvoller wäre es aber allemal, wenn die zur Verfügung gestellten Ressourcen dem effektiven Bedarf in Bezug auf Recherche, Analyse und Planung entsprechen würden.
Mehr zum Thema:
“Flexibilität: Ein Gebot der Stunde – auch in der Konzeption” Beitrag erschienen in “Persönlich” 6/2011
“Kommunikationskonzepte: Nie ausgelernt” Interview in “WerbeWoche” 23.9.2011