Ressourcenorientiertes Konzepten
Bei manchen Auftraggebenden ist die SWOT-Analyse unbeliebt, weil dort mit dem Finger dezidiert auf alle Schwächen der Organisation gezeigt wird und dann einige Risiken aus der Umwelt nachgeschoben werden, die zusammen in ein erhebliches Kommunikationsdefizit münden.
Es lohnt sich, den Auftraggebenden zu Beginn der Zusammenarbeit und in der Situationsanalyse einen zwar ungeschminkten, aber auch liebevollen und wertschätzenden Blick auf ihre Organisation oder ihr Projekt zu ermöglichen und sie Letzteren auskosten zu lassen: Wo lief es bisher besonders gut und was führte zu diesem Erfolg? Wo schlummern weitere Talente und internen Potenziale? Zudem hat jede Organisation eine Sehnsucht nach Verbesserung und Erneuerung, die nicht nicht nur im Leitbild zu lesen, sondern oft auch bei Mitarbeitenden und Teams zu spüren ist. Gerne beteiligen sich diese aktiv an Entwicklungen statt nur umzusetzen. Auch auf diese Kraft kann ein Blick geworfen werden.
Damit verändern wir als externe Beratende unsere Haltung: Wir rücken die ungenutzten Potenziale in den Fokus, statt nur zu problematisieren. Wir wechseln von einer Fehler- zu einer Erfolgskultur. Das macht Mut und Lust auf Weiterentwicklung und stellt die Möglichkeiten ins Zentrum. Die Konzeptarbeit erhält dadurch ebenfalls einen visionären Aspekt. Sich, gemeinsam mit dem Kunden, vorzustellen, was auch noch sein könnte, was vielleicht übermorgen Realität werden könnte, eröffnet zumindest einmal gedanklich neue Perspektiven für das Morgen – und zwar ohne den Ballast des Unvollendeten, Nicht-Gelungenen.
Heisst dies, im Konzeptpapier auf eine klassische SWOT zu verzichten? Natürlich nicht. Wenn man sich zu Beginn eines Konzeptionsprozesses aber gemeinsam auch mit positiven Aspekten und Perspektiven auseinandersetzt, entsteht atmosphärisch eine Basis, welche die das Verdauen der möglicherweise auch bitteren Pillen einer Situationsanalyse erleichtern.